Die Lourdes Grotte

DIE GESCHICHTE DER LOURDES GROTTE

Ende des 19ten Jahrhunderts gab es in Süddeutschland eine starke, im Glauben fest verankerte Lourdesverehrung, so sicherlich auch in unserer Gemeinde. Laut Überlieferung war dies auch bei Friedrich und Agatha Roth der Fall. Im Januar 1891 starb Agatha Roth unerwartet im Alter von 41 Jahren. Ihr zum Gedenken und der Mutter Gottes zu Ehren ließ Friedrich Roth dann auf Mauerresten der Burganlage die Lourdesgrotte, mit eigenen Mitteln finanziert, errichten.

Am 6. September 1891 fand aufgrund schlechter Witterung der Gottesdienst zur Einweihung in der Pfarrkirche zu Roggenzell statt. Die Fassung der Grotte, der Marienstatue des Kreuzes sowie des gesamten Platzes wurde von Johann Baptist Bingger ausgeführt. Laut Rief-Chronik wurde seit dieser Zeit in der Kreuzwoche, im Monat Mai ein Bittgang zur Grotte abgehalten und es fanden die Mairosenkränze nun hier statt. Der Brauch hielt sich bis 1930, wurde dann aufgrund immer schlechter werdender Teilnehmerzahlen eingestellt.

Aufnahme aus den 1930er Jahren, die mutmaßlich die Grotte im Originalzustand zeigt.

Neueinweihung der Lourdes Grotte im Mai 2016

Zustand der Grotte vor der Restaurierung

DIE SANIERUNG

Bis zum Beginn der grundlegenden Sanierung im Jahr 2012 bestanden die Instandhaltungsmaßnahmen an der Lourdesgrotte in erster Linie darin, den Bewuchs rund um die Grotte in Form zu halten, durch Frost verursachte Schäden am Mauerwerk zu verschließen und die Grotte regelmäßig zu streichen. Allerdings wurde langsam deutlich, dass nach über 120 Jahren eine grundlegende Sanierung erfolgen musste, wollte man das Bauwerk auch für künftige Generationen erhalten.

Im April 2015 erteilte das Denkmalamt dann die denkmalrechtliche Genehmigung für die Sanierungsarbeiten. Der Bewuchs wurde gerodet und die Grotte freigelegt. Dabei stellte sich heraus, dass der Zustand der Grotte so desolat war, dass zeitweise akute Einsturzgefahr bestand und der Totalverlust des Bauwerkes drohte. Die Ursache hierfür lag vornehmlich in der Art der Ausführung der Bauarbeiten. Im Grunde genommen hatte man 1891 ein Loch in die Erde gegraben, Steine und Mauerwerk in die Erde gedrückt und diese dann von innen mit Zement verspachtelt und verklebt. Mit dem Guss der Betonfassade hatte dann die Grotte ihr charakteristisches Aussehen erhalten. Ein Schutz des Mauerwerkes und des Betons gegen die Feuchtigkeit des Hangs erfolgte nicht. Die Erkenntnis über den schlechten Gesamtzustand des Bauwerkes führte zu der Entscheidung, die Grotte nun komplett freizulegen und bis 2016 eine fachgerechte Gesamtsanierung durchzuführen.

Insgesamt hat sich die Sanierung der Lourdesgrotte auf über 4 Jahre erstreckt. Es ist gelungen, dieses Neuravensburger Kleinod vor dem sicheren Verfall zu bewahren und auch künftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, auf dem Weg zur Burg zum Gebet innezuhalten oder einfach nur die freie Aussicht nach Roggenzell bis hinein ins Rheintal zu genießen.